Reuse, Relearn, Recharge – Design Build

Im Rahmen eines kooperativen Forschungsseminars zwischen den Professuren Building Science and Technology und Nachhaltiges Bauen entwickelten Studierende einen nachhaltigen, kreislaufgerechten und niedrigschwelligen Aufenthalts- und Lernort mit max. max. 30 m3 für den öffentlichen Außenraum im Design-Build-Ansatz. Ziel des Seminars war es, Entwurfsarbeit, konstruktives Denken, technische Aspekte und handwerkliche Umsetzung eng miteinander zu verzahnen und dabei insbesondere zirkuläre Bauprozesse zu erforschen, anzuwenden und einen nutzbaren Prototyp auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie aufzubauen.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Wiederverwendung ausgedienter Photovoltaikmodule, die - gekoppelt mit einer Batterie – als Grundlage einer autarken Energieversorgung dienen. Darüber hinaus greift das Projekt aktuelle Fragestellungen auf, die sowohl in der Architekturausbildung als auch in der Baupraxis von großer Bedeutung sind: die Wiederverwendung von Materialien, reversible Fügungen sowie materialgerechte, ressourcenschonende Konstruktionen. Zwei von vier Entwürfen des Seminars wurden im Wettbewerb „30 m³ Baukultur“ der Bundesstiftung Baukultur Preisträgerprojekte ausgezeichnet und wurden zusammen mit 8 weiteren Projekten im Juni 2026 im Rahmen des Konvents für Baukultur in Potsdam öffentlich präsentiert.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der fakultätsinternen Holzbau- und Metallwerkstatt wurde die Verzahnung zwischen Studium und Handwerk gestärkt, ein gegenseitiges Verständnis für Baupraxis und Fertigungsprozesse gefördert und den Studierenden wurden handwerkliche Kompetenz sowie technische Umsetzungssicherheit vermittelt. Das Projekt vermittelte den Studierenden nicht nur ein Verständnis für ressourcenschonende Konstruktionen und Reuse-Materialströme, sondern eröffnete ihnen dadurch auch neue ästhetische, konstruktive und kulturelle Perspektiven. So entstand ein Erfahrungsraum, in dem Nachhaltigkeit nicht theoretisch vermittelt, sondern in der realen baulichen Praxis erfahrbar und verhandelbar wurde.

Darüber hinaus adressiert das Projekt ein konkretes Defizit im Hochschulkontext: Es fehlen vielfach niedrigschwellige, flexibel nutzbare Außenräume, die gemeinschaftliches Lernen, informellen Austausch und Aufenthalt ermöglichen. Die Pavillons werden als sozialer Ort und als baukulturelle Intervention im öffentlichen Raum neue Formen des Teilens, Verweilens, Lernens und Arbeitens ermöglichen.

Betreuung:

Prof. Andreas Wagner (bst), Prof. Dirk Hebel (nb)
Larissa Kaul (bst), Petra Mann (bst)
Thomas Busch (Holzwerkstatt), Ishay Hochmann (Metallwerkstatt)

1441 m

Studierende: Joscha Bold, Sophia Mall, Tim Roßner

1441m Stahl-L-Profil sind in einem typischen Strommast verbaut. Durch Netzausbau und Repowering werden veraltete Strommasten häufig abgebaut und verschrottet. Gleichzeitig läuft für viele Solarmodule die Förderung nach 20 Jahren Betrieb aus. Von diesen ausgeförderten Solarmodulen werden unzählige ausgetauscht und fallen als Müll an, obwohl sie noch funktionsfähig sind. Diese ausgemusterten Bauteile sind die Grundlage für den zukunftsorientierten Pavillon. Durch einfache Fügung und Schraubverbindungen entsteht ein flexibler und niederschwelliger Raum mit autarker Stromversorgung. Der frei nutzbare Tisch lädt dazu ein, Platz zu nehmen und ins Gespräch zu kommen und wird auf dem KIT Campus zum wichtigen Treffpunkt zum gemeinsamen Lernen, Arbeiten und Aufhalten im Freien. Der Pavillon stellt eine ‚Prototypologie‘ für eine Struktur dar, die sich unterschiedlichen wiederverwendeten Bauteilen anpasst und beliebig erweiterbar ist.

 


Lichtf A lter

Studierende: Fabian Ludwig Hahl, Lena Engelmann, Joshua Krumm, Monja Moll, Carla Weber

Der Pavillon Lichtfalter ist ein frei zugänglicher, transformierbarer Raum. Durch ein manuell bedienbares Klappsystem dient er tagsüber als offener Workspace – inklusive Solarstrom zum Laden von Laptops –, während er abends zu einem beleuchteten niedrigschwelligen Treffpunkt wird. Die bewegliche Hülle macht Transformation im Raum spielerisch erlebbar. Dabei setzen die Studierenden radikal auf Nachhaltigkeit: Das Baukastenprinzip besteht aus kreislaufgerechten Baustoffen (Holz, Polycarbonat und Stahlprofile) und lässt sich für den Transport und die Nachnutzung einfach demontieren.