Der Hermann-Billing-Preis

Seit dem Sommersemester 2019 zeichnet die Fakultät herausragende Doktorarbeiten in den Studiengängen Architektur und Kunstgeschichte mit dem Hermann-Billing-Preis aus. Der Preis erinnert an den Karlsruher Architekten und Hochschullehrer Hermann Billing (1867–1946). Er wird gestiftet vom CFC Förderverein Hermann Billing Preis e. V..

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Verleihung des Hermann-Billing-Preises 2022

 

Anlässlich der Verleihung des Hermann-Billing-Preises 2022 für herausragende Dissertationen findet am Mittwoch, 18. Mai 2022, um 18:00 Uhr ein öffentlicher Festakt im Egon-Eiermann-Hörsaal der Fakultät für Architektur am KIT statt. Mit dem durch den „CFC Hermann-Billing-Preis e.V.“ gestifteten Preis werden ausgezeichnet:

Herr Dr. Martin Berchtold
für seine Dissertation: Sich ein Bild machen – Die Rolle von GIS als Werkzeug bei Aufgaben in Räumen mit unklarer Problemlage

Mit Geographischen Informationssystemen (GIS) lassen sich Daten mit einer Vielzahl von Analyse- und Darstellungstechniken raumbasiert verarbeiten und visualisieren. Raum- und Stadtplaner nutzen die Möglichkeiten dieses „bildgebenden Werkzeugs“ jedoch noch sehr begrenzt bei ihren Problemlösungsprozessen und haben bisher entsprechend wenig adäquate planerische Herangehensweisen entwickelt. Wollen Planer jedoch an diesem Punkt substanziell weiterkommen, bedarf es zwingend einer eigenen planerischen Auseinandersetzung mit dem Werkzeug GIS. Die vorliegende Arbeit untersucht anhand dreier Fallstudien in Räumen mit unklarer Problemlage und unterschiedlichen Aufgaben-, Maßstabs- und Verfahrenskontexten die Rolle eines planerisch angewendeten GIS, um daraus ein Grundgerüst planerischer Arbeitsweisen mit GIS zu entwickeln, und spezifische Anwendungsbedingungen und geeignete Einsatzbereiche des Werkzeugs abzuleiten.
Anhand der in 35 Planungsbausteine zerlegten Experimente Kernstadt Mannheim, Pfinztal 2030 und Metrobild Zürich werden Fragestellungen, Abläufe, Datenquellen und -verwendung, planerische Herangehensweisen und erzielte Ergebnisse untersucht, sowie ermittelt, welche Mehrwerte und Schwierigkeiten dabei auftreten und an welchen Stellen im Planungsprozess dem Werkzeug besondere Relevanz innewohnt.
Aus den 175 in der Untersuchung identifizierten „planerischen Anwendungselementen“ wird in einem iterativen Systematisierungs- und Syntheseprozess das Grundgerüst planerischer Arbeitsweisen mit GIS als erstes Forschungsergebnis entwickelt, das hierarchisch in sechs Aufgabenfelder mit insgesamt 15 Modulen und einer Vielzahl darin enthaltener Submodule bzw. Herangehensweisen gegliedert ist und damit einen unmittelbaren Anwendungsbezug aufweist. 
Aus Untersuchung und Bewertung der spezifischen Abläufe in den Planungsbausteinen werden Anwendungsbedingungen für das Werkzeug als zweites Forschungsergebnis hergeleitet, die beschreiben, welche Mehrwerte zur Problemlösung erzeugt werden können, und welche Aufgaben und Anwendungsfallen bei der planerischen Arbeit beachtet werden müssen. Als drittes Forschungsergebnis wird aus den Bewertungen zur Relevanz im Planungsprozess eine Landkarte der Werkzeuganwendung entwickelt. Zudem werden Schlussfolgerungen zum „Wesen“ eines Planerwerkzeugs GIS, zu Anwendungshemmnissen und sich daraus ergebenden Forderungen an Systemhersteller sowie zu Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung von Planern gezogen.

Referent: Herr Professor Markus Neppl
Korreferent: Herr Professor Michael Koch (HCU Hamburg)

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Frau Dr. Muriel Wipfler
für ihre Dissertation: Heinrich Bürkel (1802–1869). Repräsentative Edition seiner
Korrespondenz und analytische Auswertung.

Der Genre-und Landschaftsmaler Heinrich Bürkel (1802-1869) galt schon zu Lebzeiten als einer der bekanntesten Vertreter der von ihm maßgeblich geprägten Münchner Schule. Insbesondere in den 1830er Jahren wuchs sein Renommee, als es ihm gelang, zahlreiche Bilder an Königshäuser, an berühmte Künstler bzw. durch die Kunstvereine und deren Netzwerk im ganzen deutschsprachigen Raum zu verkaufen, und später vertrieb er seine Kunst durch ganz Europa bis nach Amerika.
Der Schwerpunkt der Doktorarbeit liegt in einer quellenkritischen Edition der Autographen um und zu Heinrich Bürkel, wobei auf die Interpretation seiner Werke verzichtet wurde. Insgesamt wurden 512 historische Quellen zusammengetragen, wobei das Gros der Quellen sich in Bürkels Heimatstadt Pirmasens befindet. Außerdem wurden weitere mit Bürkel zusammenhängende Autographen aus öffentlichen Institutionen weltweit ausfindig gemacht. Diese Schriften wurden im Rahmen der Arbeit transkribiert und sind nun der Öffentlichkeit zugänglich. Hierzu gehört auch ein über 100 Seiten langes Geschäftsbuch, in welchem der Maler fast vollständig alle Verkäufe und Geldgeschäfte aufführte. Dies erlaubte eine fundierte Analyse der internationalen Tätigkeiten Bürkels als Kunsthändler und seiner Vertriebsmöglichkeiten. Neue Erkenntnisse zum Kunstmarkt der Biedermeierzeit konnten dadurch gewonnen werden, insbesondere zeigt sich der experimentelle Einsatz der Fotografie (als Vertriebsmedium). Die Briefe enthüllten weitere neue Details zum Künstler und zu seinem Leben.

Referent: Professor Norbert Schneider
Korreferent: Professor Martin Papenbrock

Die Preisträgerinnen stellen ihre Dissertationen im Anschluss an Grußworte von Dekan Prof. Dirk Hebel und dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses der Fakultät, Prof. Andreas Wagner, in kurzen Vorträgen vor. Die Vorstellung der Preisträger*innen übernimmt der Dipl.-Ing. Arne Petersohn, Vorsitzender des Fördervereins. 

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Veranstaltung „Forschung an der Fakultät für Architektur“ statt.

Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von Eyal Heimann und Flora Csöke.

 

Bisherige Preisträger*innen