Fakultät für Architektur

Architects for Future in Karlsruhe

Zwei Studentinnen der KIT-Fakultät für Architektur haben eine Ortsgruppe von „Architects for Future“ in Karlsruhe gegründet
Alisa Schneider und Elena Boerman

Die Vereinigung Architects for Future steht solidarisch mit der Bewegung „Fridays for Future" und setzt sich dafür ein, die Ziele der Pariser Klimaabkommens zu erreichen und die globale Erwärmung auf maximal 1,5° zu begrenzen. Ihre Mitglieder engagieren sich in und mit der Baubranche, arbeiten auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis in der Bewegung und auf Vereinsebene und setzen sich für einen nachhaltigen Wandel im Bauwesen ein. Sie sind international, überparteilich, autonom und demokratisch organisiert. Die Architects for Future richten sich sowohl an die Baubranche als auch an die gesamte Gesellschaft, um kooperativ auf allen Ebenen zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten und einen nachhaltigen Wandel in die Wege zu leiten.

Auf der Basis von Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkbildung und Wissenstransfer kommunizieren die Architects for Future ihre Forderungen über verschiedene Medien und Veranstaltungen nach außen, bringen andere Organisationen und Akteure zusammen und bauen eine Wissensbasis für nachhaltige Planung auf, um die Weichen für eine ganzheitliche, nachhaltige Bauplanung zu stellen.

Um auch in Karlsruhe aktiv werden zu können, haben Alisa Schneider und Elena Boerman, zwei Architekturstudentinnen an der Fakultät für Architektur am Karlsruher Institut für Technologie, die Initiative ergriffen und eine Ortsgruppe von Architects for Future in Karlsruhe gegründet. Auf diese Weise soll der Diskurs über die Entwicklung hin zu einer ganzheitlich zukunftsorientierten, verantwortungsbewussten und nachhaltigen Bauwirtschaft bereichert werden.

Architects for Future - Unser Statement:

1. Hinterfragt Abriss kritisch
Nicht nur werden wertvolle und schwindende Ressourcen bei einem Abriss und Neubau verschwendet, sondern auch bedeutend mehr Energie. Bei der Betrachtung der Energiebilanz des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes fällt auf, dass durch die Bewertung von grauer Energie eine Sanierung jedem Neubau, selbst dem von Passivhäusern, vorzuziehen ist.

2. Wählt gesunde und klimapositive Materialien
Tropenholz, PVC-Fußbodenbeläge, Kunstharze, chemische Lösungsmittel – wir können uns für fremde und günstige Materialien entscheiden oder aber anders denken. Alternativen sind regionale, nachwachsende und gesunde Materialien. Denn die Wahl der Baumaterialien beeinflusst maßgeblich den Gesundheitszustand der Nutzer von Gebäuden und unsere Umwelt.

3. Entwerft für eine offene Gesellschaft
Viele Bauentscheidungen werden im Hinblick auf finanzielle Entwicklungschancen getroffen. Der Komfort und die Nutzung der Räume werden sekundär betrachtet zugunsten einer Gewinnoptimierung der Investoren. Wir sollten uns wieder die Frage stellen, für wen wir eigentlich entwerfen und bauen.

4. Konstruiert kreislaufgerecht
Neben nachwachsenden Materialien wie Holz, Stroh, Schafswolle oder Flachs müssen kreislaufgerechte Materialien verwendet werden, die richtig eingebaut zerstörungsfrei lösbar sind und somit wiederverwendet werden können. Das Gebäude verliert so über seinen Lebenszyklus nicht an Wert, sondern kann dekonstruiert und verkauft werden.

5. Vermeidet Downcycling
Schon heute wird der überwiegende Teil des anfallenden Bauschutts wiederverwendet. Jedoch handelt es sich hierbei weniger um Recycling als um Downcycling, die Qualität und Funktionalität wird verschlechtert. Dem muss durch echtes kreislaufgerechtes Konstruieren entgegengewirkt werden.

6. Nutzt urbane Minen
Wenn Gebäude dennoch abgerissen werden, müssen Rohstoffe systematisch erfasst und zurückgewonnen werden. Primärrohstoffe sind endlich, sodass die Verwendung von Sekundärmaterialien unabdingbar wird.

7. Erhaltet und schafft biodiversen Lebensraum
Bautätigkeiten gehen oft mit einem enormen Flächenverbrauch einher, wodurch wertvolle Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt zerstört werden. Versiegelte Flächen verlieren zudem den Nutzen zur Nahrungsproduktion, Naherholung und Regenwasserversickerung. Verantwortungsvolles Planen kann die Zerstörung von Naturräumen nicht nur mindern, sondern bietet auch das Potential die Artenvielfalt und gesunden Lebensraum zu fördern.

Weitere Informationen auf:
https://www.architects4future.de/aktuelles
https://www.youtube.com/channel/UCyQYb3FhViI3RZSsHhD25_A
https://changelab.exchange/architects-for-future-in-karlsruhe/

Oder tritt gleich unserer Ortsgruppe bei:
https://t.me/joinchat/TmfBSh1uWQVty6iAcDDwdA

 

Foto: Alisa Schneider und Elena Boerman