Prof.’in Eva Grubinger

Skulptur und Raum stehen im Zentrum von Eva Grubingers künstlerischer Praxis. Sie verwandelt vertraute Objekte, Materialien und kulturelle Formen in neue Konstellationen, in denen historische Referenzen auf gegenwärtige Fragestellungen treffen. Ihre Arbeiten untersuchen die wechselnden Beziehungen zwischen Material und Bedeutung, Individuum und Gesellschaft, Technologie und Natur.
Nach ihrem Studium an der Hochschule der Künste Berlin folgten Auszeichnungen, Stipendien und Arbeitsaufenthalte, u. a. in Paris, London, New York und Los Angeles. Ihre Arbeiten werden international in Museen, Kunstinstitutionen und Biennalen gezeigt und sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen vertreten. Neben Ihren freien künstlerischen Werken entstehen immer wieder auch architekturbezogene Projekte und Arbeiten für den öffentlichen Raum.
Parallel zu ihrer künstlerischen Praxis war Eva Grubinger als Professorin für Bildhauerei – transmedialer Raum an der Kunstuniversität Linz, als Vertretungs- und Gastprofessorin an den Akademien in Düsseldorf und München sowie als Lehrende u. a. an den Royal Academy Schools in London, der School of Visual Arts in New York und der Central Academy of Fine Arts in Peking tätig. Im Oktober 2026 übernimmt sie die Professur für Bildende Kunst und Gestaltung am KIT.
Im Zentrum ihrer Lehre am KIT steht ein „Denken in Verbindungen“. Kunst versteht sie als eine Form der Welterschließung: als Möglichkeit, neugierig auf die Welt zu blicken, sie zu untersuchen, auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen. Künstlerische Praxis soll die Wahrnehmung und Vorstellungskraft der Studierenden schärfen und sie dazu befähigen, jenseits vertrauter Lösungen ästhetische, gesellschaftliche und ökologische Fragen zusammenzudenken – als Impulsgeber für eine Architektur, die neue Formen des Zusammenlebens und einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Ressourcen entwirft. Zugleich versteht sich die Professur als Ort künstlerischer Forschung, der im interdisziplinären Austausch neue Perspektiven entwickeln und eigene Beiträge leisten möchte.
Ausgewählte Einzelausstellungen: Museum of Contemporary Art KIASMA, Helsinki (2001), BALTIC Centre for Contemporary Art, Newcastle (2003), Berlinische Galerie, Berlin (2004), Schirn Kunsthalle Frankfurt (2007), Museum der Moderne Salzburg (2009), Institute of Contemporary Arts, London (2015), Bloomberg Space, London (2016), Belvedere 21, Wien (2019), Museumspavillon Salzburg (2024), Die Möglichkeit einer Insel, Berlin (2025), Lippische Gesellschaft für Kunst, Detmold (2026)
Ausgewählte Gruppenausstellungen: Deichtorhallen Hamburg (2002), Taipei Fine Arts Museum (2008), Krannert Art Museum, Champaign, Illinois (2009), Marrakech Biennale (2012), Galeria Vermelho, São Paulo (2013), Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam (2014), Kunsthalle Wien (2015), Busan Biennale (2018), mumok, Wien (2021), Malmö Konstmuseum (2025), Inside-Out Art Museum, Peking (2026)
Ausgewählte Publikationen:
Sculpture Unlimited, Eva Grubinger, Jörg Heiser (Hrsg.), mit Texten von Jennifer Allen, Manuela Ammer, Nikolaus Hirsch, Aleksandra Mir, Vivian Sky Rehberg, Jan Verwoert u. a., Sternberg Press, Berlin (2011)
Decoy, mit Texten von Martin Hochleitner und Carson Chan, Sternberg Press, Berlin (2012)
Sculpture Unlimited II. Materiality in Times of Immateriality, Eva Grubinger, Jörg Heiser (Hrsg.), mit Texten von Mark Leckey, Timotheus Vermeulen, Christiane Sauer, Jussi Parikka, Nathalie Heinich, Mark Fisher, Aleksandra Domanović u. a., Sternberg Press, Berlin (2015)
„A Chance Meeting On a Boat of a Bikini And a Cooling Tower”, in Werkstücke: Objekte zu Häusern machen, Bettina Kraus (Hrsg.), mit Beiträgen von Michael Beutler, Alicja Kwade, Isa Melsheimer u. a., Jovis Verlag, Berlin (2017)
Malady of the Infinite, mit Texten von Stella Rollig, Chus Martínez, Jan Verwoert und einem Gespräch zwischen Severin Dünser und Eva Grubinger, Koenig Books, London (2019)
Freiheits- und Einheitsdenkmal Berlin, Jan Kleihues, Götz Kern, Eva Grubinger, wettbewerbe aktuell 8/2024, S.2
Pagans & Peacocks, mit einem Text von Martin Herbert, Museumspavillon Salzburg (2024)


