Prof. i.V. Wolfgang Rossbauer

Wolfgang Rossbauer unterstützt als Vertretungsprofessor die Professur Stadt und Wohnen im Wintersemester 2026/27.
Wolfgang RossbauerSebastian Schels

 
Wolfgang Rossbauer (*1978) ist Architekt und Professor. Ab WS 2026 ist er Vertretungsprofessor am KIT an der Professur Stadt und Wohnen. Seine Arbeit beschäftigt sich mit den physischen Bedingungen von Architektur und der Frage, wie sich Herstellung und Betrieb auf die Kultur der Nutzung und damit auch auf das Zusammenleben auswirken.

Nach seinem Architekturstudium an der ETH Zürich mit Diplom 2005 gründete Wolfgang Rossbauer 2009 sein eigenes Büro. Seit 2013 lehrt er an der Hochschule Luzern; 2019 war er Gastprofessor an der TU München. Seine Lehre versteht er als einen Ort, in dem Handlungswissen durch experimentelle Praxis generiert wird. Mit dem Format «Research–Design–Build» entwickelt er Projekte aus der Untersuchung von Material und Prozess und überprüft sie im gebauten Experiment: In Tansania (2019-2022) entstand gemeinsam mit Studierenden und den Architekten Annika Seifert und Gunter Klix eine Montessorischule, auf in deren Umfeld eine zirkuläre Wasserversorgung entwickelt und realisiert wurde. Mit dem «Circular Time Lab» untersucht er über mehrere Zyklen hinweg die zeitliche Dimension des zirkulären Bauens in Holz anhand realer Strukturen in der Stadt Luzern. Aktuell wird dieser Ansatz gemeinsam mit der TU München im Projekt «Konstruieren mit Aushub» weitergeführt.

Auch seine architektonische Praxis ist von konstruktiven Experimenten geprägt. Dabei untersucht Rossbauer, wie aus den materiellen und klimatischen Bedingungen eines Ortes konstruktive Prinzipien und daraus Architektur entstehen können. Beim ETH House of Science in Bamiyan (Afghanistan, 2007) entsteht aus der Massivität lokaler Lehmziegel ein Haus mit unterschiedlichen Klimazonen. Das Projekt «Balkon und Stadtgrün» in Zürich (Schweiz, 2025) nutzt wiederverwendete Stahlteile für eine begrünte Struktur, die einen städtischen Hitzehotspot kühlt. Beim «Hallertauer Haus» in Siegenburg (Deutschland, 2025) untersucht Rossbauer den Einsatz mineralischen Aushubs in Gewölbekonstruktionen und damit die unmittelbare konstruktive Verwendung eines Materials, das üblicherweise als Abfall behandelt wird.

2013 wurde er für seine Schwerkraftkonstruktion «Equilibrium» mit dem Swiss Art Award für Architektur ausgezeichnet.


„In der Lehre in interessiert nicht das Bild einer gelungenen Zukunft, sondern der Weg dahin“

www.rossbauer.com 

ETH House of Sciende BamiyanWolfgang Rossbauer

ETH House of Science Bamiyan, 2008
Ivica Brnic + Florian Graf + Wolfgang Rossbauer Architekt

Schule Marzili BernJürgen Beck

Schule Marzili Bern, 2019
HIR Architektinnen + Wolfgang Rossbauer Architekt

Equilibrium, Swiss Art Award ArchitectureBAK

Equilibrium, Swiss Art Award Architecture, 2013
Moritz Häberling Metallbau + Wolfgang Rossbauer Architekt