Karlsruhe Architecture Lectures


SKIZZENWERK – IN TUNE

Vortragsreihe im Sommersemester 2026

Innovationssprünge mit exponentiellem Ausmaß, Krisen mit scharfen Deadlines und eine digitale Welt mit rasantem Puls prägen unseren Alltag. Wie kann eine notorisch langsame Disziplin wie die Architektur angesichts dessen reagieren? Mit unseren Gästen untersuchen wir die Auswirkungen dieser neuen Zeitlichkeit auf Theorie und Praxis.

Termine:

Von wegen leer (Berlin) 03.06.26
vonwegenleer – das sind Leona Erdmann, Juli Sottorf und Emma Stiehle. Kennengelernt haben sie sich im Architektur-Bachelorstudium an der Hafencity Universität Hamburg. Ihre Bachelorthesen widmeten sie dem Thema Wohnzwischennutzung im Büroleerstand. Daraus entstand im September 2024 das Kollektiv vonwegenleer und etwas später die Erdmann, Sottorf und Stiehle GbR. Seitdem beschäftigen sie sich mit dem Potenzial leerstehender Bürogebäude – nicht als dauerhafte Wohnlösung, sondern als Chance für temporäre Nutzungen.
Im Fokus steht die Frage, was möglich wird, wenn Räume anders gedacht werden.
 
Opposite office (München )10.06.26
Das Münchner Büro Opposite Office des Architekten Benedikt Hartl beschäftigt sich mit spekulativer und politischer Architektur. Für ihn ist Architektur nicht nur an die physische Realisierung gebunden, sondern ein Mittel, um auf gesellschaftliche und politische Fragen zu reagieren. In kurzer Zeit entstehen provokative Szenarien und Visionen, die zeigen, wie bestehende Gebäude und Strukturen temporär umgenutzt werden können.
Hartl kritisiert dabei aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: Große Transformationen wie Klimawandel, Digitalisierung oder Migration werden oft erst ernst genommen, wenn Probleme bereits fortgeschritten sind. Statt langfristig zu planen, reagiert die Gesellschaft meist nur kurzfristig auf Krisen. Zudem weist Hartl darauf hin, dass sich die Rolle der Architektur im gesellschaftlichen Diskurs verändert hat. Zukunftsbilder entstehen heute häufig auch außerhalb der Disziplin. Seine Arbeit versteht er daher als Beitrag, neue Perspektiven zu eröffnen und Diskussionen anzustoßen.
 
Something fantastic (Berlin) 17.06.26
Something Fantastic wurde von Elena Schütz, Julian Schubert und Leonard Streich nach ihrem Architekturstudium an der UdK Berlin gegründet. Ihr architektonischer Ansatz basiert auf der Vorstellung, dass Architektur in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen, kulturellen und räumlichen Prozessen steht. Daraus ergibt sich ein interdisziplinäres Arbeiten, das über klassische Planungsmethoden hinausgeht.
Das Büro agiert im erweiterten Feld von Architektur und verfolgt das Ziel, durch einfache, kluge und prototypische Projekte konkrete Veränderungen zu bewirken. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Neubau, sondern der Umgang mit bestehenden Strukturen, die durch minimale Eingriffe transformiert und neu genutzt werden.
Räume werden als flexible und veränderbare Systeme verstanden, die sich an unterschiedliche Nutzungen anpassen können. Architektur erscheint so als offener, prozesshafter Eingriff, der auf dynamische urbane und soziale Entwicklungen reagiert.
 
Jesko Fezer (HFBK Hamburg) 24.06.2026
Am letzten Termin laden wir zu einer Theorierunde ein, bei der Theoretiker gemeinsam mit Jesko Fezer über unser Thema sprechen werden. Jesko Fezer ist Professor für Experimentelles Design an der HFBK Hamburg. Er arbeitet als Gestalter und setzt sich sowohl praktisch als auch theoretisch mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Design auseinander.Unter anderem ist er am Büro ifau beteiligt, Mitbegründer der Berliner Buchhandlung Pro qm und Teil eines Studios für Ausstellungsgestaltung. Zudem ist er Mitherausgeber mehrerer Fachpublikationen im Bereich Architektur und Design.

Skizzenwerk:

Das SKIZZENWERK ist eine von Architekturstudierenden des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) organisierte Vortragsreihe. Jedes Sommersemester laden wir renommierte Architektur- und Stadtplanungsbüros, Designer*innen und Vertreter*innen der theoretischen Arbeit dazu ein, als Expert*innen über unterschiedliche Themen zu referieren und somit zu einem anschließendem Diskurs anzuregen. Das Publikum besteht hierbei aus Professor*innen, Architekt*innen und vor allem aus Studierenden des Fachbereiches.
Im Fokus liegen dabei mutige, innovative Büros die Planungsprozesse und Entwurfsmethodiken in Frage stellen - zudem laden wir Personen ein mit theoretischem Forschungshintergund aus anderen Disziplinen, die versuchen mit uns ihr Wissen und ihre Erkenntnisse auf den architektonischen Kontext zu übersetzen.

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Videos

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